Alltag, der ganz normale Wahnsinn

Wäre schön gewesen

Wäre schön gewesen

Ich hatte mir fest vorgenommen, nichts weiter zum Thema Corona zu schreiben. Leider merke ich immer mehr, dass ich trotzdem muss. Sonst platzt mir irgendwann demnächst die Seele. Und ich fürchte, das gäbe eine riesengroße Sauerei.

Als es mit Corona losging, hatte ich noch die Hoffnung, dass wir diese Situation gemeinsam als Chance nutzen könnten. Dass es einen neuen Zusammenhalt gäbe, neue Wertschätzung füreinander, ein besseres, ehrlicheres Miteinander. Anfangs sah es ja auch noch so aus, doch leider zeigt sich, dass sich die Solidarität in unserem Land binnen kürzester Zeit darin erschöpft hat, dass man an ein paar Abenden auf dem Balkon steht und klatscht (und Klatschen ist bei uns Deutschen ja ohnehin so ein Thema – wie wär’s mit 2+4 statt 1+3 und so…)

Tja, und jenseits dieser netten symbolischen Geste, die nichts kostet außer ein paar Minütchen auf dem Balkon?

Da sehe ich Menschen, die Nudeln und Toilettenpapier hamstern (fun fact: beim Supermarkt bei uns um die Ecke gibt es momentan 50% auf Nudeln, weil sie kein Mensch kauft. Toilettenpapier steht auch palettenweise da). Andere kaufen sämtliche Desinfektionsgels auf, die zwar größtenteils gar nicht gegen Viren helfen, aber was soll’s. Aus den Klimaexperten von gestern sind in Ermangelung des fest eingeplanten Fußball-Cheftrainerpostens über Nacht Weltklasse-Virologen, Bildungsfachleute, Pflegespezialisten und Hygienekoryphäen geworden. Vermutlich wusste der Großteil Letzterer bis vor Kurzem noch nicht mal, dass man sich regelmäßig und ausgiebig die Hände waschen sollte.

Wenn man nun aber schon erkannt hat, dass man selbst mit kleinen Handlungen dazu beitragen kann, dass man das Ansteckungsrisiko reduziert, dann will man mehr. Viel mehr. Man will Masken. Diverse C-Promis promoten sie ja schon länger, warum also nicht auf diesen Zug aufspringen? Dann ist man in, man ist hipp und man kann endlich etwas tun. Endlich hat man was in der Hand … ähm … im Gesicht. Wen interessiert da schon, dass man bei der Wahl des Stoffes, beim Nähen, Aufziehen, Tragen und Reinigen dieser Behelfsmasken (deren Wirksamkeit übrigens nach wie vor nicht wissenschaftlich belegt ist, sondern nur vermutet wird) ein paar Dinge beachten muss? Hauptsache man hat so ein Stück Stoff im Gesicht! Placebo für die Seele. Eben im Park sah ich während meines Morgenspaziergans einen Jogger, der während des Joggens eine Papiermaske trug – völlig durchgeschwitzt und damit unbrauchbar. Aber hey, was soll’s. Einen bösen Blick auf mein unmaskiertes Gesicht konnte er sich dennoch gönnen. Immerhin hat er nicht die Straßenseite gewechselt, wie es so viele neuerdings tun, sobald ihnen ein lebendiger Zweibeiner entgegen kommt.

Ich sehe mehr und mehr Menschen, die lieber irgendwelchen Verschwörungstheorien anhängen, statt sich mit der gegenwärtigen Situation auseinanderzusetzen. Aber dann müsste man sich selbst ja eingestehen, dass man im Leben nichts in der Hand hat. Dass es Dinge im Leben gibt, die weder kontrollierbar noch steuerbar oder gar verstehbar sind. Dann sucht man sich doch lieber einen Schuldigen – ganz egal, ob die US-Demokraten, Bill Gates, ein chinesisches Labor, Flüchtlinge, Chemtrails oder Greta Thunberg.

Alles ist besser als das Gefühl der Hilflosigkeit oder gar die Suche nach echten Lösungen.

Und auch aus der Freude darüber, dass die Bundesregierung endlich reagiert und Regeln aufstellt, die uns in unserer Hilflosigkeit Orientierung geben, wird jetzt, da uns die neuen Verhaltensregeln mehr kosten als fünf Minuten Klatschen und zudem das Wetter endlich besser ist, Murren und Klagen darüber, dass die Regierung es wagt, uns Regeln aufzuerlegen. Schließlich sind wir doch mündige Bürger. Und als solche wollen wir uns bitte nur dann einschränken, wenn es uns passt und eben keine Opfer erfordert. Und wenn es eben irgendwie Nudeln und Toilettenpapier beinhaltet.

(Wenigstens hört man im Moment nichts von der AfD. Man kann nur hoffen, dass auch die letzten 10% kapieren, dass unsere blaubraunen Herrenmenschen nichts Relevantes oder gar Zukunftsweisendes zu bieten haben. Noch leben wir ja Gott sei Dank in Zeiten, in denen Hass und Hetze allein zur Systemrelevanz nicht ausreichen. Noch …)

Und als ob das nicht alles schon ätzend genug wäre, kommen dann auch noch meine lieben Glaubensgeschwister und regen sich mit zunehmender Zahl darüber auf, dass man sich nicht mehr zu Gottesdiensten treffen darf. Ja, es wird gar schon darüber geklagt, dass unsere Religionsfreiheit nun endgültig staatlich eingeschränkt würde (und darauf warten manche ja schon seit Jahren, um sich endlich vermeintlich mit Recht als Opfer und Märtyrer sehen zu dürfen). Wie es eine Einschränkung der Religionsfreiheit sein kann, wenn allerorts Gottesdienste gestreamt werden und heute mehr Menschen denn je die Möglichkeit haben, sich bequem von daheim aus Gottesdienste anzusehen, ohne die Hürde Kirchenschwelle überwinden zu müssen, ist mir schleierhaft. Aber Chancen statt Gefahren zu sehen, scheint mir in Evangelikalien in der Breite ohnehin noch nie wirklich en vogue gewesen zu sein.

 

Das alles frustriert mich ungemein.

Trotzdem glaube ich nach wie vor, dass in der gegenwärtigen Situation eine Chance steckt, die jeder von uns ergreifen kann. Denn genau jetzt ist der Moment gekommen, um zu prüfen, ob unser innerer Kompass noch stimmt.

Wofür lebe ich?  Für Toilettenpapier? Für selbstablenkenden Aktionismus? Für die neueste Verschwörungsschwurbelei? Für mein Ego?

Will ich mein Leben mündig gestalten – was immer beinhaltet, dass ich meinen Verstand benutze, auf das Gemeinwohl achte und rationale Entscheidungen fälle – oder will ich mich lieber bei den Pöblern und Schreihälsen einreihen, die vor lauter Nähe zum eigenen Hemd nicht mehr den Blick über den Tellerrand wagen?

Und falls ich mich als Christ bezeichne: Folge ich Jesus oder meinem Egoismus? Lebe ich Neues Testament oder nur irgendeine Gemeindetradition, die dafür sorgt, dass mir wohlig das Bäuchlein kribbelt?

Während meines Studiums habe ich im ersten Semester gelernt:

„Gelungene Sozialisationsprozesse zeichnen sich aus durch das Vorhandensein von Ich-Stärke[1], Frustrationstoleranz[2] und Ambiguitätstoleranz[3].“

Und gerade weil dem so ist, bereitet mir das, was ich gerade in der Welt um mich herum beobachte, deutlich mehr Sorge als dieses Virus. Wir haben in unserer Gesellschaft ein Problem, das tiefer geht als Covid-19. (Obwohl mich das angesichts dessen, was ich in Lukas 17 und 21 lese, nicht sonderlich wundert – dessen Verbreitung in frommen Kreisen mich jedoch umso mehr bedrückt).

Die „Corona-Krise“ kann eine Chance sein – wenn wir bereit sind, uns darauf einzulassen. Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen wieder anfangen, sich um das zu kümmern, was wirklich wichtig ist.

Und ich bete, dass dieser Weg am Ende möglichst viele wieder zur Wahrheit führt (vgl. Johannes 14:6).

 

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[1] Ich-Stärke = Leistungsfähigkeit des Ichs bei der Anpassung an die soziale Wirklichkeit und bei der Verarbeitung von Belastungen. Mangelnde Ich-Stärke kann eine Bedingung sein für die Entstehung von Neurosen und Psychosen. (https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/ich-staerke/6932 [22.4.2020])

[2] Frustrationsfähigkeit = individuelle Fähigkeit von Menschen, mit Enttäuschungen oder Frustrationen umzugehen (https://lexikon.stangl.eu/2149/frustrationstoleranz/ [22.4.2020])

[3] Ambiguitätstoleranz = Ertragenkönnen von Mehrdeutigkeiten, Widersprüchlichkeiten, ungewissen und unstrukturierten Situationen oder unterschiedlichen Erwartungen und Rollen, die an die eigene Person gerichtet sind. (https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/ambiguitaetstoleranz/743 [22.4.2020])

Vgl. hierzu: Einige Menschen können mehrdeutige und gegensätzliche Sachverhalte nicht ertragen und sind daher unfähig, sich in die Sichtweise anderer Menschen im Sinne eines Perspektivenwechsels hineinzuversetzen, sodass eine starre, unflexible, zwanghafte Haltung vorherrscht. Dabei werden Zwischentöne und komplexe Sachverhalte abgelehnt, da sie die Menschen irritieren, eine Abwehrtendenz, die eng verwandt ist mit einer negativen Einstellung gegenüber Andersartigem und der Ablehnung des kulturell Fremden. (https://lexikon.stangl.eu/12220/ambiguitaetstoleranz/ [22.4.2020])

 

Alltag, der ganz normale Wahnsinn

ein kleines bisschen Gottvertrauen

In der vergangenen Woche bin ich von mehreren Mitchristen gefragt worden, wie ich denn mit dem Coronavirus umgehe. Immerhin sei ich ja vorerkrankt. Ich habe sie ehrlich gesagt nur einigermaßen verständnislos angeschaut.

Zum einen, weil ich meines Wissens nicht zu dem Kreis der „Vorerkrankten“ gehöre, für die das relevant wäre. Zum anderen, weil mich der Umgang mit dem Thema echt nervt. Ich glaube, wir alle täten gut daran, wenn wir uns erst mal entspannt mit den bisher bekannten Fakten über das Coronavirus beschäftigen würden, statt unsere Amygdala, unser hirninternes Stresszentrum, auf jede neue Schlagzeile und jeden neuen Impuls hin eskalieren zu lassen.

Unser Leben hängt doch ohnehin die ganze Zeit an einem seidenen Faden. Wirklich unter Kontrolle haben wir, wenn wir ehrlich sind, auch nichts. Wir sind nur unfassbar gut darin, beides zu ignorieren.

Zu dem Umstand, dass ich die Dinge eher rational als emotional betrachte (laut meinem Mann verwandle ich mich in regelmäßigen Abständen in „Ratio, den Vernunftdrachen“), gesellt sich mein Glaube.

Christsein ist für mich kein Festhalten an etwas, das „jüdisch-christliche Tradition“ genannt wird (und von dem ich beim besten Willen nicht weiß, das was eigentlich konkret sein soll), kein Aufbauen bzw. Beschützen eines sogenannten „christlichen Abendlandes“ (ein Konstrukt, das sich meinem Verständnis noch mehr entzieht), oder ddas Bestreben, mit frommen Floskeln und dem sinnlosen Versuch, sich mittels der Einhaltung irgendwelcher Gesetze (neu ausgedacht oder aus dem Alten Testament entnommen) Gottes Wohlwollen zu erlangen, ansonsten aber das Leben aus eigener Kraft, nach eigenem Gutdünken und unter der eigenen Kontrolle zu gestalten. Die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

Für mich bedeutet (heute) Christ zu sein, dass ich auf Jesus Christus vertraue und mich durch ihn, seinen Geist und sein Wort verändern lasse. Dass ich das, was in der Bibel steht, in meinem Leben integriere – in mein Denken, mein Reden, mein Fühlen, mein Handeln. Alles soll in Abhängigkeit von ihm geschehen, in der festen Überzeugung, dass er das Beste für mich im Sinn hat.

Das heißt im aktuellen Fall: Auf dem Laufenden bleiben (rki.de) Händewaschen, Abstand halten, gesund ernähren und darauf vertrauen, dass alles gut wird.

Denn egal, was in diesem Leben auf mich zukommt – seien es Krankheiten, Katastrophen, Kriege oder sonst was, ich weiß mich in allem und über den Tod hinaus in der Hand dieses liebenden Gottes, von dem ich in der Bibel lese.[1] Weshalb also sollte ich mir Sorgen machen?

Klingt naiv? Mag sein. Aber ich bin lieber rational informiert und naiv glücklich, als mir das bisschen Zeit, das ich habe, mit Angst, Hass und Panik zu versauen.

 


[1] Ich höre schon den Aufschrei mancher Leser: „Gott liebend? Eher ein Sadist!“ Aber denen kann ich nur empfehlen, die Bibel noch mal ergebnisoffen und mit Kontext zu lesen. Für ehrliche Nachfrage und zivilisierte Diskussionen bin ich jederzeit offen. Kontaktaufnahme gerne per Mail.

der ganz normale Wahnsinn, MS, mein Umfeld und ich, Multiple Sklerose

„Voll gut“ recherchiert

Eine Sache finde ich in Bezug auf Krankheiten im Allgemeinen und MS im Speziellen ja immer ganz besonders großartig: Wenn Gesunde mir gegenüber mit ihrem Detail-Wissen über meine Krankheit auftrumpfen wollen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob es ein Versuch ist, Zuneigung zu zeigen, oder eher ein Bemühen darum, kein „Outsider“ zu sein. Im Grunde ist es aber auch egal, es nervt in jedem Falle.

Neulich hatte ich mal wieder so einen Fall. Nachdem ich schon zwei Wochen mit einer Erkältung herumlaboriert hatte, wegen der ich auch eineinhalb Tage daheim geblieben bin (jaja, klingt wenig, ist für mich aber ein riesiger Erfolg), habe ich es zusätzlich noch geschafft, mir beim Lieferservice gepflegt den Magen zu verderben. Nichts Dramatisches. Nur halt Magenschmerzen, Kopfweh und 39,4 Fieber.

Und eine wohlmeinende Bekannte (eine von der immer ganz besonders bemühten Sorte) sagt da doch allen Ernstes zu mir: „Na, ich hoffe, das löst keinen Schub aus. Das kann bei Fieber ja passieren.“

Richtig ist, dass akute fieberhafte Infekte unter Umständen dazu beitragen können, dass es zu einem neuen Krankheitsschub ist.

Richtig ist aber auch, dass man sowas nicht sagt.

Warum?
Jeder MS-Erkrankte weiß im Normalfall über seine Krankheit Bescheid, weshalb es vollkommen unnötig ist, dass jemand, der nicht betroffen ist, mich über meine Krankheit aufklären will (Spoiler:Wir chronisch Kranken leben damit. Jeden Tag. Und wir erleben die Krankheit dementsprechend hautnah. Real. Durchgehend.).

Es gibt für Gesunde keine Fleißkärtchen, wenn sie theoretisches Wissen über meine Erkrankung sammeln und wild mit ihnen um sich werfen. Zumindest nicht von mir. Vielleicht handhaben das andere MS-Patienten anders.

Dazu kommt, dass viele MS-Patienten mit Ängsten und depressiven Gedanken zu tun haben, noch dazu, wenn es ihnen aufgrund eines zusätzlichen Infekts nicht gut geht (ich jetzt Gott sei Dank nicht, aber ich kenne Leute, denen es so geht). Welchen positiven Nutzen soll es bitte haben, einen MS-Patienten in so einer Situation auf das absolute Worst-Case-Szenario hinzuweisen?

Hier ein paar Situationen, die ähnlich unangebracht wären, in die man sich als gesunder Mensch vielleicht eher hineinversetzen kann:

Man sagt…

  • … zu einem Fahranfänger vor seiner ersten Fahrt ohne Begleitung: „Pass aber ja auf, dass du keinen Unfall machst. Du hast doch noch dein ganzes Leben vor dir.“
  • … einem Prüfling (möglichst einem mit Prüfungsangst) vor seiner Abschlussprüfung: „Das wäre jetzt echt doof, wenn du durchfällst. Ich mein, dann wäre ja alles umsonst gewesen.“
  • … zum Brautpaar: „Na hoffentlich hält eure Ehe. Mittlerweile lassen sich ja 50% der Paare irgendwann wieder scheiden.“
  • … zu einer Schwangeren: „Da kann man nur hoffen, dass bei der Geburt alles gutgeht. Es gibt ja so viele Komplikationen … da macht man sich gar keine Vorstellung von.“

 

Was ich damit sagen möchte:

Toll, wenn ihr euch interessiert und informiert. Toll, wenn ihr unsere Krankheit nicht einfach ausblendet und versucht, Anteilnahme zu zeigen. Aber überlegt doch bitte (wie immer im Leben), ob das, was ihr sagt, für den Betroffenen wirklich hilfreich ist. Und wenn nicht, dann bitte: Klappe halten. Danke.

der ganz normale Wahnsinn

Funktioniert doch

Mit meinem Mann zog auch die moderne Unterhaltungstechnik in mein Leben ein – Netflix, Prime, dazn, Sky-Abo, was das Herz eben so alles begehrt. Schon der alte Sky-Receiver hatte eine besondere Stellung bei uns daheim. Er durfte nämlich nicht angefasst werden, am besten nicht einmal scharf angesehen. Er könnte es einem ja übelnehmen und nicht mehr richtig funktionieren. Wenn ich gemein wäre, würde ich sagen: „Ich wünschte, mein Mann würde mich mal so sehr lieben wie sein Technikspielzeug.“ Aber das wäre völliger Unsinn und das weiß ich auch. Schließlich hieße das ja, dass er mich weder anfassen noch ansehen würde. Und das wäre auf Dauer ja auch etwas langweilig. (Außerdem liebt mein Mann mich wirklich sehr und ich bin froh, das ich ihn habe).

Seit neuestem besitzen wir eine Sky-Q-Box. Die wurde natürlich sofort an unseren viel zu großen Fernseher angeschlossen und seitdem findet die Unterhaltung auch ohne Fernsehprogramm statt…

Mein Mann ist nämlich der festen Überzeugung, dass es nur eine einige richtige Reihenfolge gibt, wie man Q, Fernseher und Soundbar (wir haben natürlich eine Soundbar. Mit Subwoofer.) einschalten darf. Befolgt man sie nicht, reagiert die Fernbedienung des Fernsehgerätes nicht mehr.

Und tatsächlich: schaltet er die Geräte in einer anderen Reihenfolge ein, funktioniert nichts so, wie es soll.

Mir hat er die Reihenfolge mittlerweile sicherlich schon fünfzigmal erklärt. Ich hab sie mir kein einziges Mal gemerkt. Weil sie mir, ehrlich gesagt, auch völlig egal ist.

Der Witz an der Sache ist, dass bei mir die Technik immer funktioniert. Vermutlich könnte ich sogar alle drei Einschaltknöpfe gleichzeitig drücken (was in Ermangelung einer dritten Hand und rudimentärer Fähigkeiten im Bereich der Feinmotorik nie klappen wird) und trotzdem liefe alles einwandfrei. Und das vermutlich aus nur einem Grund: Ich mache mir nicht so viele Gedanken drum. Es ist Technik, sie muss funktionieren. Und wenn sie nicht funktioniert, wird so lange an- und ausgeschaltet, bis es funktioniert.

Und da dachte ich dann: vielleicht sollte ich es im echten Leben auch mal genauso halten. Weniger Grübeln, weniger überlegen, was alles schiefgehen könnte, was die einzig richtige Reihenfolge für meine Entscheidungen sein muss und und und.

Wie sagte schon Stromberg? Einfach mal locker durch die Hose atmen.

Und wenn es dann doch mal schiefgeht: ausschalten und neu starten, bis es irgendwann funktioniert. 😊