Der Sommer ist da. Endlich. Und mit ihm mal wieder totales Chaos in der kleinen Mia. Mein Herz liebt diese warmen Temperaturen nämlich total. Abends auf dem Balkon sitzen, ein kühles Getränk in der Hand, ein warmes Lüftchen um die Nase – herrlich.

Dummerweise sieht meine MS die Sache ganz anders. Mal wieder. Und weil sie ja die Tendenz hat, ihren Willen durchzudrücken, koste es, was es wolle, haut sie auch diesmal wieder voll rein: noch mehr Schmerzen als sonst – dauerhaft natürlich –  und dazu kribbelnde Arme und Beine, die sich seit Tagen ungefähr so anfühlen als wären sie eingeschlafen gewesen und würden jetzt gaaaanz langsam wieder aufwachen. Also kein „Kribbeln im Bauch“ à la Pe Werner, sondern eins in allen Extremitäten. Normal ist dieses eklige Gefühl nach ein paar Minuten weg. Bei mir hält es eben seit fast einer Woche an. Dafür scheint meine Feinmotorik mir zumindest linksseitig fast komplett abhandengekommen zu sein, Feingefühl inklusive. Dass Taubheitsgefühle und Kribbeln gleichzeitig möglich sind, war mir bis Anfang der Woche so auch noch nicht klar gewesen. Wieder was gelernt.

Diese körperlichen Symptome nerven zwar, aber mein Seelenleben belastet mich viel mehr. Normalerweise antworte ich auf die Frage „Wie geht es dir?“ mit „Seelisch gut.“ Was sonst auch immer stimmt. Diese Woche aber nicht. Keine Ahnung, was da los ist, aber seitdem es warm ist, bin ich streckenweise richtig depri drauf.  Und das nervt. Zum einen, weil eine depressive Stimmung ja nie schön ist, zum anderen, weil es eigentlich gar keinen Grund dazu gibt. Mir geht es ja rational betrachtet echt gut.

Aber so ist sie, die MS. Sie schert sich nicht sonderlich um rational. Oder um meine Wünsche.

Womit die MS nun leider nicht gerechnet hat, als sie beschloss, sich in mir niederzulassen, war die Tatsache, dass ich auch ziemlich gut darin bin, meinen Kopf durchzusetzen. Was ja angesichts der MS und dessen, was sie mit meinem wunderschönen Gehirn vorhat, doppelt wichtig ist.

Trübe Gedanken vertreibt man nicht mit Trübsalblasen, sondern indem man aktiv wird und schaut, was einem guttut. Und die Zeiten, in denen ich glaubte, Traurigkeit sei ein unauslöschlicher Teil von mir, sind Gott sei Dank auch lang vorbei. Will ich nicht. Das Leben ist zu schön und kurz, um auch nur eine Sekunde mit negativen Gedanken zu verschwenden.

Und deshalb mache ich es mir an diesem langen Wochenende extra schön. Mit vielen gekühlten Getränken, noch mehr Eis, dem einen oder anderen Stephen King Buch und und und.

Wer weiß: vielleicht rutscht das Kribbeln dann von den Armen und Beinen dann sogar auch noch in den Bauch. Den das Leben ist und bleibt schön.

3 Gedanken zu “Dieses Kribbeln…

  1. Vielen Dank. :)
    Dann bin ich ja schon nicht mehr allein. Ich krieg das Lied auch nicht mehr aus dem Kopf :D

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